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01 · MOBILITÄTSKONZEPTE

Was ist ein Mobilitätskonzept?

Ein Mobilitätskonzept analysiert die zu erwartende Mobilität künftiger Nutzer eines Bauvorhabens und senkt den privaten Pkw-Bedarf durch ein Maßnahmenbündel.

Ein Mobilitätskonzept ist ein planerisches Fachdokument, das die zu erwartende Mobilität der künftigen Nutzer eines Bauvorhabens analysiert und ein Bündel von Maßnahmen definiert, mit denen der private Pkw-Bedarf gesenkt und der Umweltverbund — ÖPNV, Rad, Fuß und Sharing — gestärkt wird.

Der entscheidende Unterschied zum bloßen Stellplatznachweis: Der Nachweis ist eine rein quantitative Bauvorlage, die die geforderte Stellplatzzahl abdeckt. Das Mobilitätskonzept setzt früher an — es will den Bedarf gar nicht erst entstehen lassen, statt ihn nur zu bedienen.

Bundeseinheitlich gesetzlich definiert ist das Mobilitätskonzept nicht. Seine Wirkung entfaltet es mittelbar: als Grundlage für eine reduzierte Stellplatzpflicht und als Inhalt vertraglicher oder satzungsrechtlicher Bindungen. In Hamburg ist es seit dem 1. Januar 2026 sogar an die Stelle der Stellplatzpflicht getreten — als „Mobilitätsnachweis", der jedes Grundstück individuell nach Lage, ÖPNV-Anbindung und Nutzerstruktur betrachtet.

Abgrenzung zu verwandten Instrumenten

Das Verkehrsgutachten prognostiziert den erzeugten Verkehr und seine Abwicklung. Die Erschließungsplanung sichert die Anbindung des Grundstücks. Der Stellplatznachweis erfüllt die geforderte Zahl. Das Mobilitätskonzept ist das einzige dieser Instrumente, das primär auf Bedarfssenkung zielt — und baut dabei auf den anderen auf.

Die Inhalte sind verkehrsplanerische Fachinformation, keine Rechtsberatung. Verbindlich ist immer die amtliche Verkündung der jeweiligen Vorschrift und die gültige kommunale Satzung.

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