01 · MOBILITÄTSKONZEPTE
Wie ein Mobilitätskonzept Stellplätze reduziert
Stand: Mai 2026
Ein dauerhaft verfügbares Mobilitätsangebot senkt den Pkw-Bedarf nachweisbar — genau diese Wirkung muss das Konzept fachlich begründen.
Die Logik: Ein qualifiziertes, dauerhaft verfügbares Mobilitätsangebot senkt den Pkw-Besitz und -Bedarf der Bewohner nachweisbar. Genau diese Wirkung muss das Konzept fachlich begründen.
Die Begründung stützt sich auf öffentlich anerkannte Datengrundlagen: die bundesweite Erhebung „Mobilität in Deutschland" (MiD 2023), das regionale „System repräsentativer Verkehrsbefragungen" (SrV) sowie die Bemessungshinweise der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), insbesondere die „Empfehlungen für Anlagen des ruhenden Verkehrs" (EAR).
Wichtig ist die empirische Bandbreite: Das Institut der deutschen Wirtschaft leitet aus der MiD einen durchschnittlichen Bedarf von rund 1,3 Stellplätzen je Haushalt ab — mit einer Spanne von knapp über null bis über zwei, je nach Lage, Haushaltstyp und ÖPNV-Anbindung. Pauschale Schlüssel treffen den realen Bedarf deshalb selten.
Typische Maßnahmen
Stationsbasierte Carsharing-Stationen, ÖPNV-Vergünstigungen wie Job- oder Mietertickets, hochwertige Fahrradabstellanlagen, Lastenrad-Angebote, Mobilitätsmanagement, ein Mobilitätsbudget, Quartiersgaragen sowie Paketstationen. Manche Städte arbeiten mit einem abgestuften „Mobilitätsfaktor", der den Stellplatzrichtwert in Abhängigkeit von Umfang und Qualität der Maßnahmen senkt.
Die Inhalte sind verkehrsplanerische Fachinformation, keine Rechtsberatung. Verbindlich ist immer die amtliche Verkündung der jeweiligen Vorschrift und die gültige kommunale Satzung.